Es gibt eine recht überraschende Szene aus dem Leben des HErrn JEsus Christus, zumindest auf den ersten Blick… Eine Menschenmenge hatte sich um ihn versammelt, und nachdem er sie mehrere Tage lang gelehrt hatte, beschloss er, ihnen zu essen zu geben, damit sie auf dem Heimweg nicht die Kraft verlören. Angesichts ihrer großen Anzahl musste er die verfügbaren Brote und Fische vermehren.
Nachdem er ihnen aber zu essen gegeben hatte, suchten einige von ihnen ihn erneut auf, und „JEsus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr suchet mich nicht darum, daß ihr Zeichen gesehen habt, sondern daß ihr von dem Brot gegessen habt und seid satt worden. Wirket Speise, nicht die vergänglich ist, sondern die da bleibet in das ewige Leben, welche euch des Menschen Sohn geben wird; denn denselbigen hat GOtt der Vater versiegelt.“ (Johannes 6,26-27)
Ziemlich überraschend, wenn man den Blick auf die Peripherie richtet; man ist durchaus geneigt, sich die Frage zu stellen: „Welchen anderen Grund gäbe es, glücklich zu sein, wenn nicht dieses Kind, diese Arbeit, dieser materielle Besitz, mit dem Gott uns gesegnet hat? Ist das nicht der Gegenstand seines Segens?“ Und doch offenbart uns der HErr JEsus Christus hier noch etwas anderes: Sein Segen und insbesondere sein Wunder dienen in erster Linie dazu, uns seine Person in seiner Allmacht, aber auch seine große Liebe zu offenbaren. Zweifellos vergaß Abraham dies ; Der Vater musste ihn daraufhin bitten, Isaak, seinem einzigen Sohn, zu opfern; zweifellos begriffen Petrus und seine Fischergefährten dies und konnten sogleich ihren reichen Fang zurücklassen, sofort aufgeben, um Christus zu folgen. (Lucas 5,1-11).
Manchmal sind die Nöte, die uns bedrängen, einfach Gottes Mittel, unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn er uns segnet, erwartet er, dass wir seine Liebe, seine Güte und seine Fülle in unserem Leben annehmen. Leider konzentrieren wir uns allzu oft auf den „Segnung“ selbst und setzen sein Wunder mit einem bloßen Mittel zum Zweck gleich. Doch gerade das Wunder ist der wahre Segen, denn es ist die Offenbarung Jesu Christi. Der Gegenstand unserer „Segnung“ war dann nichts anderes als ein Mittel, das Gott benutzte, um sich uns zu offenbaren.
Möge uns durch GOttes Gnade stets der wahre (und nicht offensichtliche) Sinn jedes göttlichen Handelns bewusst werden. Der Apostel Johannes verdeutlicht uns dies anhand dieser Ereignisse im Leben Christi im Hinblick auf das Wunder; später wird uns der Apostel Paulus dies im Zusammenhang mit dem Gebot erläutern. (1. Timotheus 1,5).
HErr JEsus Christus von Nazareth, ich möchte stets daran denken, dass du der Anfänger und Vollender meines Glaubens bist. Dass du der Sinn bist, zu dem GOtt alles zulässt. (Hebräer 12,2)
Amen!